Sonntag, 19. April 2015

Pferderennen

Eigentlich bin ich niemand, der gerne spielt (im Sinne des klassischen Glücksspiels), doch Colin ist so aufgeregt, dass endlich wieder ein Pferderennen in Christchurch stattfindet, dass ich mich von der guten Laune anstecken lasse und ihn begleite :)

Wir reisen also nach Christchurch zur Addington Rennbahn und sehen uns das Spektakel an. Colin liebt Pferderennen und hat nicht nur von den Jockeys (die im Englischen doch tatsächlich "driver", also Fahrer, heißen! Haha, warum heißt das Pferd Pferd? - Weil es fährt xD ) Ahnung, sondern auch von den Pferderassen und natürlich allen Regeln des Wettspiels!

Ping und Yong, ein malayisches Pärchen, das mit mir in der Lodge wohnt, und ich sind vom Thema Pferderennen leider jedoch völlig unbeleckt, sodass Colin mit uns geduldig bei Null anfängt.

Wir bekommen ein Programmheft in die Hand, das für jedes einzelne Rennen Informationen über die antretenden Pferde und Jockeys, sowie deren Erfolge in vorherigen Rennen liefert. Für mich ist das alles leider Fachkauderwelsch ^^° Ich seh nur lauter verwirrende Zahlen und wette dann aus Spaß einen Dollar auf das Pferd mit dem schönsten Namen - "Chase The Dream", also "Leb den Traum".

Ich gewinne nichts, aber Yong hat sofort den Bogen raus und gewinnt 1,60$! Ich bin tief beeindruckt und offengestanden auch ein bisschen neidisch, aber Fortuna war mir an diesem Tage eben nicht hold und ein bisschen Kalkulation wäre vielleicht doch hilfreich gewesen >.<

Nach zwei weiteren verlorenen Wetten beschließe ich mein Geld lieber in eine Cola zu investieren und die Rennen von der Tribüne aus zu verfolgen. Man darf auch ganz nah an die Pferde ran, um sich seinen Champion genau anzusehen, aber ich fand die Pferde alle schön :)

Colin hat fast bei allen Rennen mitgewettet und ist am Ende des Tages 5,40$ reicher und Yong hat seinen Gewinn auf 2,80$ ausgebaut! Nicht schlecht, oder? xD Ich habe immerhin an Erfahrung gewonnen und das hat den Tag auch für mich sehr schön gemacht :]


Mein Favorit

Die Zuschauertribüne

Pferdchen steht in den Startlöchern :)

Verwirrendes Programmheft - Und nun sagt bloß Ihr versteht das!

Die Rennbahn

Action! Komm schon, Chase the Dream!!

Montag, 13. April 2015

Methven - Snow Denn Lodge

Es führen ja bekanntlich alle Wege nach Rom - nur nicht auf der Südinsel! Hier führen alle nach Christchurch bzw. davon weg und deshalb bin ich auch ein wenig orientierungslos, was meine Reiserichtung angeht.

Ich bin allein, habe ein Auto und keine Verpflichtungen - wohin geht man, wenn man überall hin kann?

Ich durchstöbere das Internet nach Backpackerjobs und stoße auf eine Ausschreibung der Snow Denn Lodge in Methven. Unbekanntes Methven, welche Highlights bietest du mir?

Ich telefoniere ein bisschen rum, checke einige andere Optionen ab und fahre dann doch zu George, der mich mit den Worten "You gotta come - It's the best place on earth!", also "Du musst herkommen - Es ist der schönste Ort auf der ganzen, weiten Welt!", nach Methven lockt.

Spontan fahre ich am selben Tag noch hin und werde von den Bewohnern der Snow Denn Lodge freundlich aufgenommen.

Methven ist ein Skigebiet. Sobald Schnee liegt, geht hier die Post ab. Nur liegt noch kein Schnee xD

George und Collin leiten die Snow Denn Lodge. Beide sind Rentner und halten die Lodge mit der Hilfe junger Backpacker in Schuss. Ich arbeite hier für Kost und Logis und habe in einem Café gegenüber eine Stelle als Bedingung bekommen :)

Marya, die Inhaberin des Primo Secundo, eines Secondhandshops mit Kuchentheke, ist meine Chefin und eine sehr fleißige Dame. Sie bringt mir bei, wie ihre Gerichte zuzubereiten sind, und hat eine sehr genaue Vorstellung davon, wie alles zu sein hat. Auf der Karte stehen neben Muffins und Kuchen auch selbstgemachte Suppen, Pasteten und natürlich Frühstück.
Lob ist hier schwer zu erarbeiten! Das merken auch meine Kollegen Jasper und Manu, die ebenfalls in der Lodge wohnen.

Marya's Idee vor 20 Jahren war, einen Laden zu haben, in dem man gemütlich sitzen und Kaffee trinken kann. Sie grüßt alle Kunden mit Namen und bewirtet mit Hingabe. Und wenn ein Gast bei seiner Tasse Kaffee etwas sieht, das er gern mit nach Hause nehmen würde, steht alles auch zum Verkauf.

Es ist wirklich gemütlich hier und ich habe nette Gesellschaft. Meine Zimmergenossin ist die Belgierin Laetitia, die zwei Jahre durch Australien gereist ist bevor sie nach Neuseeland gekommen ist. Wir sitzen abends zusammen, gehen aus oder spielen Schach, das in der Liste meiner Freizeitbeschäftigungen Renaissance feiert.

Auch George und Collin sind sehr nett. Collin hat uns mal mit zum Pferderennen genommen - doch davon erzähle ich euch beim nächsten Mal :)

Die Snow Denn Lodge in Methven

Unsere Gemeinschaftsküche (Lieblingsplatz)

Laetitia umarmt den Heizkörper, weil die Nächte bitterkalt sind

Kuchentheke im Primo Secundo

Liebevolles Chaos im Verkaufsraum

Gemütliche Sitzecke

Freitag, 10. April 2015

Akaroa

Wir beschließen unseren letzten gemeinsamen Tag für einen Ausflug nach Akaroa auf der Banks Peninsula zu nutzen!

Der Wettergott ist mit uns, sodass wir uns in Lyttleton ein Eis gönnen und ein bisschen spazieren gehen. Bergab hat man einen schönen Blick auf den Hafen und das Meer.

Von den zwei Routen nach Akaroa wählen wir die Summit Road, die uns über die Berge statt durchs Tal führt. Durch die Höhe ist die Sicht weit und ungestört. Ein paar Schafe grasen und genießen ihr Leben.

Im französisch angehauchten Kleinstädtchen Akaroa angekommen, begeben wir uns zur Uferpromenade, wo wir ins Gespräch vertieft dem Sonnenuntergang beiwohnen. Die sternklare Nacht verbringen wir im Auto auf einem Berg, der uns am nächsten Morgen mit einer schönen Aussicht überrascht.

In einem der schnuckeligen kleinen Souvenirläden besorge ich uns Freundschaftsbänder, weil ich Cat mit einer kleinen Geste zeigen möchte, dass sie mir in den vergangenen Wochen eine teure Freundin geworden ist.

Dann treten wir den Rückweg nach Christchurch an, wo ich Cat zum Flughafen bringe. Sie wird am Morgen zurück in den Norden fliegen, um wieder in Tairua zu arbeiten.
Nach einem tränenreichen Abschied quartiere ich mich in einem Hostel in Flughafennähe ein. Cat will die Nacht nämlich am Terminal verbringen und ich will in der Nähe sein, falls etwas schiefgeht...

Meine Lieben, wir verabschieden uns von Cat, einer lieben Freundin, treuen Begleiterin und super Navigatorin.

Danke für die tolle Zeit! Ich hoffe, unsere Wege kreuzen sich wieder :)

Dreamteam

Die Banks Peninsula

Lyttleton

Hübsch :)

Cat lässt sich noch schnell porträtieren 

Hier wars noch hell...

... doch die Zeit fliegt ...

... und die Nacht bricht an.

Samstag, 4. April 2015

Frohe Ostern

All meinen Lieben wünsche ich ein frohes Osterfest mit vielen bunten Eiern, Schoko-Osterhasen und anderen Leckerlis :)

Da es hier keine bunten Eier zu kaufen gibt habe ich kurzerhand selbst zum "Pinsel" gegriffen :D

Naja... in Ermangelung anständigen Werkzeugs sind meine Eier dieses Jahr mit Filzstiften bemalt - aber auf ihre Art sind sie doch hübsch!!! Irgendwie xD

Frohe Ostern :3

Freitag, 3. April 2015

Arthur's Pass

Heute haben wir den Arthur's Pass, eine von nur zwei Alpinrouten zur Ost-West-Verbindung in Angriff genommen!
Der TranzAlpine Zug überquert das Gebirge zweimal täglich und wir hängen uns an seine Fersen :)

Als es dann jedoch daran geht, die berühmte Brücke samt Eisenbahn abzulichten, sind wir leider nicht zur rechten Zeit am rechten Ort >.<
Aber immerhin habe ich einen super LKW auf der Brücke abgelichtet xD

Cat und ich halten in jeder verfügbaren Haltebucht am Fahrbahnrad, um ein Paar Bilder zu knipsen. Bei einem Stopp haben wir Besuch von einem hungrigen Kea, einem endemischen Vogel von der Größe eines Huhns. So einen habe bisher nicht zu Gesicht gekriegt!

Shorty hat den Pass sehr gut gemeistert :) und so halten wir, nachdem der Löwenanteil der Strecke geschafft ist, am Castle Hill, einem Herr-der-Ringe-Drehort, und klettern ein bisschen wie kleine Hobbits zwischen den großen Steinen herum.

Auf dem Rückweg zum Auto fängt uns eine mehr oder weniger ansprechende Hitchhikerin mit der Bitte ab, sie doch mit nach Christchurch mitzunehmen.
Also laden wir sie ins Auto ein und setzen den Weg fort. Elly kommt aus England und reist schon lange durch die Welt.
Fast müssen wir noch umdrehen, weil sie etwas vergessen hat, das dann zum Glück doch auftaucht. Auf dem Highway wenden wäre auch ein schwieriges Unterfangen gewesen!

Die letzte Stunde der langen Fahrt wird das Gelände recht eintönig. Das Land ist flach und grün - wir haben die Canterbury Plains erreicht und suchen uns einen Parkplatz für die Nacht in Christchurch.

Die Zeit läuft...

Brücke am Arthur's Pass

Kleiner Tunnel

Neugieriger kleiner Kea

Epische Weite

Drehort für Narnia und den Herrn der Ringe

Castle Hill 
Ja, Cat, die Aussicht lohnt sich! Nun komm schon xD