Samstag, 28. Februar 2015

Nelson & Abel Tasman National Park

Seit zwei Tagen machen wir Nelson und Umgebung unsicher! Wir entern die Innenstadt, stürmen das Geschäft des  Juweliers des einen Rings und rennen einem deutschen Metzger die Bude ein, bei dem ich seit Reisebeginn endlich mal wieder eine anständige Scheibe Fleischwurst bekomme <3

Natürlich durfte bei der Erkundung der Region ein Tagestrip in den Abel Tasman Nationalpark nicht fehlen :)

Da wir nicht vorhaben im Park zu übernachten, kaufen wir ein Ticket für das Wassertaxi von Marahau bis in die Anchorage Bay, um von dort die Küste entlang zum Auto zurück zu laufen.

Die Bootsfahrt hat mir gut gefallen, weil die vielen Strände mit dem weiß-goldenen Sand durch das türkisblaue Wasser und die tiefgrüne Farnvegetation grandios zur Geltung kam. Auch weiße Felsen ragen aus dem Meer heraus, dessen Wasser glasklar ist.

Als wir in der Anchorage Bay anlegen, können wir kaum fassen, dass dieses Naturparadies, das uns umgibt, wirklich real sein soll. Die Sonne, der Strand, das Meer - alles sieht zu perfekt aus. Wir können uns kaum von dem Panorama abwenden, um unseren Wanderweg einzuschlagen xD

Doch nachdem der innere Schweinehund überwunden ist, stapfen wir tapfer staubige Berge hinauf und werden dafür mit Fotos belohnt, die jede Postkarte neidisch werden lassen!

Insgesamt wandern wir 13,6 km durch wegsames Terrain an der Küste entlang. Verglichen mit den Pinnacles oder dem Tongariro Crossing ist die Wanderung geradezu entspannend!

Trotzdem sind wir abends geschafft und freuen uns auf unseren Reis mit Bohnen, den wir heute Mal in französischer Gesellschaft genießen :)

Die Südinsel soll ja angeblich die schönere von beiden sein... Was meint ihr?

Mittwoch, 25. Februar 2015

Windy Welly

Adieu Taupo - Hallo Hauptstadt! :D
Wir drei haben einen anständigen Roadtrip über die Nordinsel hingelegt. Ab durch die Mitte!

Über den State Highway 1, der sehr treffend auch als Desert Road, also Wüstenstraße, bezeichnet wird, gelangen wir nach 4 Stunden Fahrt in Wellington an.

Die Stadt der Winde präsentiert sich uns allerdings eher miesepetrig und regnerisch, sodass wir in Rainy Welly zunächst dem Te Papa Nationalmuseum eine Chance geben. Der Besuch lohnte sich sehr! Wir haben einiges über die Geschichte des Landes gelernt und waren von den Exponaten enorm beeindruckt. Definitiv ein Must Do in Welly!

Mehr Glück hatten wir am nächsten Tag in Sunny Welly, wo wir die Aussicht und einen Kaffee an der Hafenpromenade gleichermaßen genießen konnten :)

Das klassische Windy Welly bekamen wir erst heute zu spüren, wo wir das Auto mit der Interislander Fähre nach Picton auf die Südinsel übergesetzt haben!

Wir hatten einen Heidenspaß mit dem Wind und eine grandiose Fährfahrt, die mit spektakulären Ausblicken nicht gegeizt hat.

Picton, meine Lieben! Ich bin auf der Südinsel angekommen und pirsche mich an das erklärte Hauptziel meiner Reise langsam heran... lasst Euch überraschen :*

Freitag, 20. Februar 2015

Lake Taupo - Tongariro Crossing

Meine Bergsteigernatur hat Blut geleckt! Deshalb war ich gleich Feuer und Flamme als unsere zwei weiteren Reisegefährtinnen Elena und Julia vor ein paar Wochen anfragten, ob wir das Tongariro Crossing, einen 6-8 stündigen Alpintrek durch den Tongariro Nationalpark machen wollen. Im Endeffekt haben dann nur Elena und ich den Gipfel gestürmt, weil die drei anderen aus gesundheitlichen Gründen verhindert waren.

Mit 2,25 l Wasser, vier Käsebrötchen, zwei Äpfeln und ein paar Müsliriegeln als Proviant wage ich also mal wieder meine Grenzen auszutesten und mich selbst dafür mit dem legendären Ausblick zu belohnen.

Der Track beginnt sachte mit einer Stunde Marsch durch vulkanische Steppe. Elena und ich sehen uns zum ersten Mal, daher haben wir uns viel zu erzählen. Doch schon bald beginnen die Treppenstufen und uns geht dafür die Luft aus xD

Nach dem ersten Höhenmarsch passieren wir ein Wüstental (auf das wir später hinab sehen können) und steigen dann weiter den Berg rauf. Freiklettern ist angesagt, der Weg ist nur als Pfad erkennbar aber nicht mehr bearbeitet. Manchmal sind Netze verankert, um den Halt zu verbessern, doch nun gibt es nur noch den puren Naturpfad und die eigenen Hände und Füße.

Wir erreichen den Gipfel unter konzentriertem Aufstieg, weil der Boden bröckelig und steil ist. Hinzu kommt, dass es immer kälter und windiger wird je höher wir kommen. Mir fliegt einmal meine (neu erworbene) Kappe vom Kopf und wird buchstäblich vor dem Abgrund von einem anderen Wanderer gefangen - Glück gehabt! Ein paar Mal muss ich dann zurücklaufen, um sie aufzuheben, weil ich sie wegen der Tarnfarbe nie gesehen hab, wenn ich meinen Krempel aufgehoben hab xD

Nach einem Picknick auf dem windigen Gipfel erhaschen wir den ersten atemberaubenden Blick auf die Emerald Lakes - die Smaragd-Seen. Die Farbe ist wirklich klasse! Wir haben aber auch Glück mit dem super sonnigen Wetter, sodass wir prima Bilder machen können.

Der Abstieg vom Gipfel zu den Seen runter ist nur leider sehr steil und sandig, sodass unsere Füße bis zum Knöchel einsinken! Wir müssen uns entscheiden zwischen der Aussicht auf die Seen und Gucken, wo wir hintreten, um nicht den Hang hinabzurutschen - bei der Aussicht ist das echt eine schwierige Entscheidung für mich xD

Aber wir haben überlebt und sind auch nicht diejenigen, die vom Rettungshubschrauber abgeholt werden, der über uns plötzlich landet!  Munter begeben wir uns an den Abstieg und genießen noch so manchen Blick ins grandiose Panaroma des Lake Taupo bis wir nach 8 Stunden (wir sind langsam, weil wir so viele Fotos gemacht haben ^^") von unseren Feunden am Ende des Tracks mit dem Auto wieder abgeholt werden.

Voller Staub, platte Füße und todmüde - aber das war's sowas von wert!!

Mittwoch, 18. Februar 2015

Stinkstadt Rotorua

Rotorua, auf dem Zentralplateau der Nordinsel, schillert in allen Regenbogenfarben - und riecht leider auch so! Die ganze Region ist geothermal aktiv, wodurch heiße Quellen und blubbernde Schlamm- und Schwefelpools keine Seltenheit sind. Wir sind durch den Kaiuru-Park gelaufen, der neben wunderschön duftenden Blumen auch miefende Schwefellöcher beherbergt. Ein interessantes Kontrastprogramm. Volle Blütenpracht gleich neben gruseligen Stellen, die an einen Elefantenfriedhof erinnern...
In diesem Park haben wir die Füße in eins der natürlich beheizten öffentlichen Thermalfußbäder hinein gehalten. War angenehm warm :)

Das strenge Odeur des Schwefels, das stark an faule Eier erinnert, liegt je nach Windrichtung in der ganzen Stadt in der Luft. Für mich sehr gewöhnungsbedürftig xD

Im Waiotapu Park haben wir uns diesen Geruch in Reinkultur zu Gemüte geführt, denn hier sitzen des Teufels Badewanne dicht an dicht mit dem Höllenloch und dem Champagnerpool. All diese Namen beschreiben farbenfrohe Quellen und Erdlöcher, aus denen verschiedene Gase und Chemikalien mal blubbernd mal dampfend zu Tage treten. Ich bin wirklich beeindruckt von dem Anblick :)

Etwa zwei Stunden wandern wir durch die bunte (aber miefende!) Wunderwelt, ehe wir Richtung Taupo aufbrechen. Kurz vor dem großen See finden wir Unterschlupf auf Reid's Farm. Der gute Reid war in jungen Jahren selbst Backpacker und ist mittlerweile nicht nur in die Jahre sondern auch zu etwas Geld gekommen. Daher lässt er Backpacker und Reisende kostenlos auf einem Campingplatz auf seinem Privatgrundstück (am Waikato-River!) übernachten.

Wir finden das wirklich prima und haben daher gleich dankbar unser Lager dort aufgeschlagen :)
Der Waikato ist (bei 45 Zuflüssen) der einzige Abfluss des Lake Taupo und führt natürlich dasselbe himmelblaue Wasser wie der See selbst. Ein Traum ♡

Wir siedeln etwas oberhalb des Huka-Wasserfalls, probieren eine neue Sortierung beim Schlafen im Kofferraum aus und erzählen uns Geschichten bis spät in die Nacht.

Ich sollte die Mußestunden noch genießen, denn für morgen steht in aller Herrgottsfrühe das Tongariro Crossing auf dem Programm >.<

Montag, 16. Februar 2015

Hobbiton

Die Gefährtinnen und ich haben uns nach Mittelerde gewagt! Genauer gesagt zum Hobbitton-Filmset der Herr der Ringe Filme in Matamata, was tatsächlich ziemlich mittig im Inland der Nordinsel von Neuseeland liegt xD

Meilenweit außerhalb jedweder Zivilisation ist Hobbiton (oder Hobbingen in der deutschen Version) ein kleines Dörfchen auf dem Farmbesitz eines Bauern. Peter Jackson hat sich genau dieses Fleckchen Erde als Schauplatz für seine Filme ausgesucht, weil die Landschaft für seine Bedarfe eben perfekt war (auch wenn die Schafe nicht seinen Ansprüchen genügten ^^").

Wir nahmen an einer geführten Tour durch das putzige Dörfchen teil und bekamen einige Hintergrunddetails zu den Strapazen seiner Entstehung.

Mr Jackson ließ künstliche Bäume anfertigen, um seine Kulissen zu perfektionieren, Frösche umsiedeln, um seine Tonaufnahmen nicht zu ruinieren und den Sonnenaufgang rückwärts abspielen, um den perfekten Sonnenuntergang zu kreieren :)

Zum krönenden Abschluss stießen wir mit einem Ingwerbier im Dragon Pub an. Danach hab ich die Mädels wieder ins Auto gepackt und uns nach Rotorua gebracht, wo wir nun für zwei Nächte in Cactus Jack's Hostel einquartiert sind ;)