Dienstag, 27. Januar 2015

Mobile Heimat

Hallo ihr Lieben :)

Spontan entschlossen habe ich mir ein Auto gekauft, um rasch und bequem durchs Land zu kommen und halten zu können, wo ich will (der blöde Bus hält nämlich nie an, wenn man eine Top-Aussicht hat!).

Ich habe nun also einiges damit zu tun das Auto fit zu machen und mich mit einiger Zusatzausrüstung auszustatten.

Es hat einen sehr geräumigen Kofferraum, der sich auch zum Schlafen eignet. Ein Nissan Cefiro von 1997 mit 236.000km bisher - mal sehen, was von mir oben drauf kommt ;)

Für 1500$ war es mehr oder weniger ein Schnäppchen, also drückt mir die Daumen, dass alles gut geht :3

Mittwoch, 21. Januar 2015

Tairua

Hi ihr Lieben :)

Ich habe einen Job als Tellerwäscherin gefunden! Nichts Weltbewegendes aber immerhin bring es mal Geld IN die Kasse seit Oktober ;)

Ein paar Wochen werde ich also wohl noch bwi Gina in Tairua bleiben und mir in Ruhe ein Auto suchen. Hab mir schon einen alten Nissan Sentira angesehen, aber 21 Jahre und 400.000km fand ich doch ein bisschen viel...

Ein paar Autos werd ich mir mal noch ansehen, um einen Vergleich zu haben und dann schlag ich zu :]
Dann hab ich sowas wie eine mobile Heimat und kann auch mal etwas lagern - das wird toll!

Dieses Wochenende wird vermutlich hart, weil ich morgens 6 Stunden im Eiscremeshop und abends noch 6 Stunden im Restaurant arbeite. Wird ausprobiert und wenn es mir zu viel wird, dann muss ich mir wieder was anderes überlegen. Pläne ändern sich hier sehr schnell - das hat gute und schlechte Aspekte.

Gut ist, dass alles sehr spontan und ungezwungen ist und man viele nette Leute kennenlernt (wie Adam, Lisa, Karina und Adie beim Grillen am Strand).
Schlecht ist, dass man oft umplanen und von vorn beginnen muss und sich genauso oft von vielen netten Leuten verschiedenen muss.

Momenten möchte ich also ein bisschen hier verweilen. Aber wer weiß, wie sich die Dinge ändern? Ich lasse es auf mich zukommen :)

Mittwoch, 14. Januar 2015

The Pinnacles

Die letzten zwei Tage waren echt anstrengend! Meine Mit-Wwoofer Karina, Sofia und ich sind in einem zweitägigen Hiking-Track die Pinnacles hochgekraxelt.

Der Pfad wurde vor knapp hundert Jahren angelegt, um Versorgungsgüter zu den Kauri-Holzfällern auf den Berg zu bringen. Es wurden steinerne Treppen angelegt, deren Stufen nicht selten einen halben Meter hoch sind. Ich kann euch sagen, das war ganz schön anstrengend! Vier Stunden lang diese hammermäßigen Stufen hochzuklettern lehrte mich Respekt vor den Vorfahren und den enormen körperlichen Anstrengungen, denen sie trotzten.

Ich merke, dass mir fürs professionelle Hiking die richtige Ausrüstung fehlt. Mein Rucksack hat keine Luftzirkulaton und klebt mir wie ein nasses Blatt am Rücken. Sofie ist so nett mir mit ihrem auszuhelfen.
Sie ist erprobter Kletterprofi und bestens ausgestattet! Ohne Mühe stapft sie tapfer über Stock und Stein in ihren ledernen Wanderschuhen während ich in meinen billigen Turnschuhen jeden Stein unter der dünnen Sohle spüre. Sollte ich einen der mehrtägigen Great Walks in Angriff nehmen wollen, dann muss ich mir bessere Ausrüstung leisten...

Ihr könnt euch vorstellen, dass ich sehr erleichtert war, als wir nach vier Stunden durch unwegsames Gelände die Hütte erreichten. Das DOC (Department of Conservation) unterhält überall im Land Hütten für müde Wanderer. Im Voraus gebucht bieten sie einem einen günstig gelegenen Schlafplatz. Nach einer Portion Spaghetti und einer kleinen Ruhepause in der Hütte sind wir dann zum Gipfel hochgeklettert, um uns den Sonnenuntergang anzusehen.

Mein Wasservorrat war bereits durch den Aufstieg aufgebraucht und da es in der spartanischen Hütte nur Regen- oder Flusswasser gibt, mussten wir es erst abkochen um es sicher trinkbar zu machen. Dumm nur, wenn man keine Metalltrinkflasche hat xD
Also das Wasser für den Abend vorbereitet und abkühlen lassen, um es einfüllen zu können. Es schmeckt etwas gewöhnungsbedürftig, aber ich war wirklich durstig, daher machte es mir nichts aus.

587 (normale) Treppenstufen und 40m Freiklettern später erreichen wir den Gipfel der Pinnacles. Von hier aus kann man beide Seiten der Coromandel sehen - Tairua und  Pauanui auf der einen Seite, Thames and Hauraki auf der anderen. Die Aussicht ist hart erarbeitet und schlichtweg atemberaubend.

Dort sitzen wir, auf dem Dach der Coromandel, zwei Deutsche und eine Norwegerin, die sich erst seit drei Tagen kennen und trotzdem zusammen einen Berg erklommen haben neben zwei Italienern und vier Aucklandern, und sehen einvernehmlich zu wie die Sonne am Horizont versinkt <3

All Things Organic - Bei Gina & Lance

Hallo ihr Lieben!

Ich habe mal wieder den Wwoofing-Host gewechselt. Auf dem Weg habe ich einem freundlichen Ukulelespieler ein paar Brocken Deutsch beigebracht, dafür hat er mich von der Haltestelle zu meinem Zielort begleitet :)

Nun bin ich bei Gina und Lance in Tairua. Die beiden haben einen kleinen Bioladen / Eisdiele. Als ich ankam, standen die Leute bis auf die Straße! Daher hab ich mich brav angestellt und mich dann am Tresen vorgestellt. Da die Hütte brannte haben die Mädels mich gleich zum Eiskugeln drehen eingespannt ^^"

Wir haben hier nämlich ein ganzes Team Wwoofer, die den Laden schmeißen. Dadurch habe ich immer jemanden, den ich mit meinen Anfängerfragen nerven kann xD

Die Zeit rennt hier. Die ersten Tage waren sehr stressig, weil das Food & Wine Festival in Tairua stattfand und Gina und Lance dort einen Stand unterhielten. Also hab ich gleich an meinem zweiten Tag hier unter anderem 400 Schokobananen produziert ^^

Doch nicht nur das Festival und der Shop halten mich auf Trab, sondern auch Ginas drei Kinder Archer (6), Lincoln (5) und Keana (2), die einen ausgeprägten Spieltrieb und sehr viel Energie haben (eine explosive Kombination!).

Als ich mit den Jungs zum Spielplatz gegangen bin war Ebbe am nahegelegenen Strand. Die Kiwis haben sehr aktive Outdoor-Hobbies und eins davon ist "Blowkarting". Ein Blowkart ist ein dreirädriges Gokart mit einem Segel, das bei günstigem Wind ganz schön schnell wird! Die Kids waren begeistert und der Besitzer so freundlich sie mal mitzunehmen. Danach durfte ich es auch probieren :) und ich hab mich sogar vom Fleck bewegt (obwohl ich noch nie irgendwas gesegelt habe! *stolz*)

Hier ist also einiges los :D

Montag waren wir gleich nach der Arbeit in der Coconut Gallery (Tairuas einzigem Klamottengeschäft) shoppen und ich habe einen schicken Jumpsuit gefunden, die hier sehr beliebt sind.

Danach sind wir runter zum Strand. Tairua ist wunderschön. Weißer Sand, rauschende Wellen und grüne Hügel soweit das Auge reicht. Es ist wirklich angenehm nach der Arbeit nur die Straße überqueren zu müssen und dann gleich ins Wasser hüpfen und sich dann in der Abendsonne bräunen zu können :)

Es lässt sich hier ganz gut aushalten, daher bleibe ich noch ein Weilchen ;)

Dienstag, 6. Januar 2015

Assistenz-Imkerin - Bei Deon & Annalise

Ich bin wieder allein unterwegs und habe in Te Puke einen Wwoofing-Host gefunden, der in meiner Reiserichtung liegt.
Deon ist Imker, braucht ab und an mehr Hilfe, als er von seiner elfjährigen Tochter Annalise bekommen kann und bietet so jungen Leuten die Möglichkeit frischen Honig direkt aus der Wabe zu probieren - yummy :)

Ausstaffiert mit Overall, Helm und Handschuhen gehts ans Eingemachte. Wir sind zu viert und haben 90 Bienenstöcke vor uns, die darauf warten geplündert zu werden.

Zuerst wird zur Überprüfung der Honigproduktion der Deckel abgenommen. Je nach Leistung bekommen die Bienchen ihre volle Box geklaut und gegen eine leere ersetzt. Dazu pustet man die fleißigen Tierchen mit einem Föhn von den Waben herunter, sodass sie im Gras landen.

Die volle Box schnell abdecken - sonst kriechen die Bienen wieder hinein! Die Waben werden dann in einer Zentrifuge geschleudert, um den Honig herauszubekommen.

Nach einer Weile herrscht echt Tohuwabohu in der Luft, das von lautem Gesumm begleitet wird. Imkern ist ganz schön anstrengend!

Wir haben so Klee-, Pohutukawa- und Manuka-Honig gewonnen, wovon letzterer sich zunehmender Beliebtheit erfreut :)

Schon toll sich morgens auf sein Frühstücksbrot mal Honig zu streichen, dessen Herkunft man ganz genau kennt ;)

Donnerstag, 1. Januar 2015

Silvester an der Cathedral Cove

Dieses Jahr habe ich sicher das abwechslungsreichste und ungewöhnlichste Silvester ever verbracht!

Unsere Gruppe bestehend aus Prissi, Paula und der Französin Sonia sowie mir, hat für den 31.12. mal ein Auto gemietet.
Mit dem Leihwagen wollen wir die Küste entlang fahren und unseren Termin in Hahei wahrnehmen.

Morgens früh kommen wir beim Autoverleih an und freuen uns über einen schnieken weißen Mazda, den wir für unseren Leihwagen halten - zu früh gefreut! Wir bekommen stattdessen einen klapprigen alten Toyota, dessen Bremsen ruhig mal erneuert werden könnten...

Mit diesem Gefährt ausgestattet beginnt der Tag. Ich fahre die erste Etappe (im Linksverkehr!) von Coromandel Town bis Whangapoua, wo wir uns den New Chums Beach ansehen wollen - den wohl schönsten Strand der Coromandel.

Ich stelle das Auto vor einem Infoschild ab, da der Strand nicht direkt zu erreichen ist.
Der Hinweis "Getting there is half the experience" lässt vermuten, dass der Weg wieder mal abenteuerlich wird.

Tatsächlich passieren wir einen Strand, ziehen die Schuhe aus, um durch einen Fluss zu waten, ziehen die Schuhe wieder an, um über die Felsen zu springen und klettern dann über einige Bäume und deren Wurzeln in die Bucht hinein.

Die Luft riecht salzig und wird von einem sanften Meereswind herangetragen. Ein wirklich schöner Strand, wo wir ein zweites Frühstück einnehmen und dann zum Auto zurück gehen.

Wir stoppen das nächste Mal in Whitianga, um zu essen (gucken dann aber nur nach Sommerkleidern xD) bevor wir nach Hahei zu unserem Termin aufbrechen. Für Prissi, Paula und mich ist nämlich eine Kayak-Tour zur Cathedral Cove gebucht!

Schnell in den Bikini geschlüpft und dann geht es nach einer kurzen Anleitung bereits raus auf die Wellen. Ich sitze hinten, steuere und paddele angestrengt und merke ebenso wie der Australier Nathan (der buchstäblich im selben Boot sitzt) schnell, dass Kayakfahren in die Arme geht.

Zwischendurch versammeln wir fünf Boote uns auf dem Wasser und bilden ein Floß, um nicht auseinander zu treiben, wenn unser Guide Tom ein paar Geschichten über die Region zum besten gibt, damit wir eine Paddelpause bekommen.

Nathan und ich sind ein super Team, sodass wir die Cathedral Cove nach einer Stunde nass aber glücklich erreichen und am Strand anlegen, um ein paar Fotos zu machen.

Die eigentliche Höhle, die sich wie eine Kathedrale über den Strand spannt, ist leider bereits halb von der Flut erfasst... das hält die Mädels und mich jedoch nicht davon ab, hineinzugehen!
Wir bilden uns ein, schneller als die Wellen zu sein und kommen zur Strafe allesamt bis zur Hüfte klitschnass in der Höhle an. Bloß gut, dass die Kamera in einer wasserdichten Tasche ist!

Nach der Fotoscession bekommen wir einen heißen Kakao (den wir, halb erfroren durch Nässe und Wind, dankbar annehmen :) und einige Kekse. So gestärkt besteigen wir wieder die Boote und rudern den Umweg durch einen kleinen Tunnel zum Strand zurück.

Ich bekomme mit jedem Paddelzug mehr Respekt vor Kupe, dem polynesischen Erstentdecker Neuseelands, der  wochenlang einem Schwarm Zugvögeln hinterher in einem Kanu übers Meer gefahren ist, um den Ort zu finden, an dem sie nisten. Beeindruckend.

Durchgefroren lege ich am Strand die Schwimmweste, die Regenjacke und den Slipper ab, der verhindert, dass Wasser ins Boot läuft. Und meine Hose ist nass von der Welle - meine einzige Hose!

Nach der lustigen Seefahrt brechen wir zu unserem dritten Tagesziel auf, dem Hot Water Beach, der in der weltweiten Top 10 der spektakulärsten Strände gelistet ist. Allerdings nicht wegen Aussicht, Fischen oder Vegetation, sondern wegen der heißen Thermalquellen, die unterirdisch verlaufen.

Zieht sich bei Ebbe das Wasser zurück, werden diese Stellen begehbar und wer eine Schaufel dabei hat, kann im Sand ein Loch graben, dass sich dann mit heißem Grundwasser füllt! Wie geil ist das denn? :D

Wir haben selbstverständlich eine Schaufel dabei und buddeln wie die Weltmeister einen Pool, der groß genug für uns vier ist. Das Meer überschwämmt immer wieder die Dämme und füllt den Pool mit kaltem Meerwasser, doch je mehr Leute zu bauen beginnen, desto besser werden die Sandwälle!

Es ist ein Spektakel so viele Menschen schaufeln zu sehen, (es herrscht wahre Goldgräberstimmung!) die einvernehmlich miteinander gegen das Meer eine natürliche Badewanne zu bauen versuchen. Und so entspannen wir in der Abenddämmerung in unserem selbst gebauten Pool und genießen das heiße Bad. Es dampft und manche Stellen sind so heiß, dass man Nudeln kochen könnte!

Irgendwann machen wir uns auf, weil wir um 00:00 Uhr nicht im Auto sitzen wollen und fahren Richtung Hostel.
Wir sind hier mitten im Nichts! Es gibt keine Laternen oder andere Autos. Vollkommen allein auf der Straße sehen wir nach einer Weile Blaulicht im Rückspiegel! xD
Absolutes Niemandsland und wir geraten in eine routinemäßige Alkoholkontrolle!
Haha wir hatten Spaß ^^ - natürlich waren wir alle nüchtern, schließlich haben wir uns abgewechselt beim Fahren!

Zum Neujahr haben wir dann im Hostelgarten mit Sekt angestoßen.

Ein großartiger letzter Tag in diesem Jahr geht zu Ende - Also Prost, ihr Lieben, und ein frohes neues Jahr 2015!